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BLOGS/NEWS

Das Treffen des International Movement for Money Reform in Berlin im Februar 2017

Vom 17. bis 19. Februar 2017 hat ein internationales Treffen des IMMR (= International Movement for Money Reform) in Berlin im Haus der Demokratie und Menschenrechte stattgefunden. Wir – Raimund Dietz und Gottfried Höbinger – waren als Vertreter der im Aufbau befindlichen österreichischen Vollgeldbewegung Monetative Austria dabei. Ein Gruppenbild der Teilnehmer/innen findet sich HIER, die neue internationale Leitungsgruppe – core group – HIER. Zum Weiterlesen HIER.

Geld eine Sache? Replik von Raimund Dietz auf Nicolas Hofer

Die Vollgeldidee stößt immer wieder auf Widerstände. Einer der Widerstände besteht im Zweifel, dass Geld eine Sache sei. Lesen Sie weiter

Norbert Häring: Ein gut gehütetes offenes Geheimnis: Washington steckt hinter Indiens brutalem Bargeld-Experiment

Hinter der überfallsartigen Abschaffung der beiden höchstwertigen Banknotenscheine in Indien steckt zu einem Gutteil die USA, wie der Journalist Norbert Häring berichtet – lesen Sie weiter

Hinter der überfallsartigen Abschaffung der beiden höchstwertigen Banknotenscheine in Indien steckt zu einem Gutteil die USA, wie der Journalist Norbert Häring berichtet – lesen Sie weiter

Raimund Dietz schreibt an den Finanzmininister Dr. Schelling (24.1.2017) und fordert Förderung des öffentlichen Diskurses über das Vollgeldsystem

 

 

Sehr geehrter Herr Finanzminister Dr. Schelling,

als Gründer der „Monetative Austria“ beziehe ich mich auf den offenen Brief des Kreditopferverbandes (siehe unten), in welchem unter Bezugnahme auf Prof. Dr. Richard Werner eine Aufklärung über die Geldschöpfung aus dem Nichts durch Geschäftsbanken verlangt wird.

Die Monetative Austria – eine Schwester-Organisation der Monetative.de, der Schweizer Vollgeldinitiative und von PositiveMoney.org aus England, hat zwar dieses Thema zum Gegenstand ihrer Initiativen, da wir überzeugt sind, dass Vollgeld die wichtigste institutionelle Maßnahme zur Stabilisierung des Geld- und Finanzsystems ist. Gleichwohl berufen wir uns aus guten Gründen nicht auf Prof. Richard Werners dogmatische und, wie wir glauben, der Tendenz nach zwar richtige, aber im Einzelnen fehlerhafte Analysen.  <mehr>

Gero Jenner, sonst ein intelligenter Privatkolumnist, verbreitet über Geldschöpfung Unsinn ....

Jenner schreibt: Die sogenannte Geldschöpfung aus dem Nichts, von manchen fälschlich als größtes Übel beschworen, ist entweder inexistent oder lässt sich durch vorhandene gesetzliche Kontrolle wirksam verhindern.

Zu dieser Schlussfolgerung kann Jenner nur kommen, da er übersieht, dass 80-90% der Geldmenge (M1) von Geschäftsbanken geschaffenes Buchgeld ist.

Wer noch nichts von der Giralgeldschöpfung durch Geschäftsbanken gehört hat, sollte sich zu Geldfragen besser nicht äußern.  Si tacuisses, philosophus mansisses! (Hättest du geschwiegen, wärest du ein Philosoph geblieben.)

Raimund Dietz 28.1.2017

(zum Text Jenners: http://www.gerojenner.com/wp/?p=1107)

Prof. Mathias Binswanger, ausgezeichneter Pädagoge, referiert zwar sehr präzise über Vollgeld, macht sich aber unberechtigte Sorgen ....

Seine erste Sorge betrifft die Frage, ob die Zentralbank die Geldmenge in richtigem Tempo, also um 2% oder um 3%  erhöhen würde.

Ich glaube, die Sorgen sind unbegründet.  Draghi schüttet pro Monat 85 Mrd. in den Euro-Raum, das sind ca. 1000 Milliarden pro Jahr, bei einer Geldmengenerhöhung, die sich in normalen Zeiten auf etwa 200 Milliarden jährlich belaufen würde.

Wenn es in einem Jahr statt 200 Mrd. 250 Mrd. sind, kann die ZB im nächsten Jahr ein bisserl weniger ausschütten. Die Geldmenge ist schon wichtig, aber eine Erhöhung um 1% Punkt mehr oder weniger, darauf kommt´s sicher nicht an. Das gibt sicher nicht gleich 1% mehr an Inflation. So genau ist der Zusammenhang von Geldmenge und nominalem Sozialprodukt nicht.

Die Frage ist eher: ob eine überschüssige Geldmenge am Ort x zum Ort y gelangt. Das ist dann die Frage funktionierender Geldmärkte, eines hinreichend hohen Vertrauens der Kunden zu den Banken, der Banken untereinander, der Anreizfunktion der Zinsen (je geringer das Vertrauen, desto höher muss der Zinsanreiz sein), usw. Wenn Geld lokal erzeugt wird, wie es heute der Fall ist, ist der Geldmarkt von geringerer Bedeutung.

Mathias Binswangers zweite Sorge betrifft die Spekulationsgeschäfte. Er fragt, ob sie in einem Vollgeldsystem nicht genauso möglich sind. Heute können Banken selbst Geld erzeugen. Das ist der ideale Treibstoff für massenweise und übertriebene Spekulation, durch welche neue, virtuelle Vermögenswerte geschaffen werden, Spekulationsgeschäfte also, welche die Asset-Preise in die Höhe treiben und die Finanzblase weiter aufblähen — mit entsprechenden Wirkungen für die Einkommensverteilung.

Wenn Geschäftsbanken auf vorhandenes Geld zurückgreifen können, werden sie höchstwahrscheinlich sehr viel vorsichtiger operieren. Mich würde eine Studie sehr interessieren, die den Zusammenhang der (zunehmenden) Geldschöpfung durch Banken und dem Wachstum der Bankbilanzen über das nominale Sozialprodukt hinaus dokumentieren würde. Sie sollte analysieren, durch welche Mechanismen es zur Hypertrophie der Finanzmärkte kam und welche Rolle die Geldschöpfung dabei spielt. Nicht die Geldmenge ist das entscheidende, sondern was mit dem bisschen Geld alles an großem Unfug verbunden ist. 

Ich danke an dieser Stelle der Filmemacherin Johanna Tschautscher, die mich auf den Artikel von Binswanger/Wüthrich  aufmerksam machte.  

 

Thomas Jefferson

 

„I believe that banking institutions are more dangerous to our liberties than standing armies … The issuing power should be taken from the banks and restored to the people, to whom it properly belongs.“

Johann Nestroy – österreichischer Dichter

„Die Phönizier haben das Geld erfunden. Warum nur so wenig?“