Monetative | Das Vollgeldsystem und seine Vorteile
Das jetzige Geldsystem ist parasitär und schädlich. Vollgeld ist Voraussetzung zu einem nachhaltigen Finanzsystem. Fiatmoney sollte nur vom Souverän hergestellt werden. Das fraktionale Geldsystem bringt Unordnung in die Wirtschaft.
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Das Vollgeldsystem und seine Vorteile

 

Umfragen zeigen, dass Bürgerinnen und Bürger den Staat als Hüter der Geldmenge sehen möchten. Dieser Wille entspricht auch dem öffentlichen Charakter des Geldes als Medium. Nur der Souverän kann für die Stabilität dieses Mediums verantwortlich sein.

 

Heute wird viel über Banken und Finanzmärkte gesprochen, wie es zur Krise kam und mit welchen Maßnahmen man glaubt, die Dinge in den Griff zu bekommen. Ein grundlegender Faktor wird dabei meist außer Acht gelassen: das SYSTEM DER GELDSCHÖPFUNG. Wo kommt das Geld überhaupt her, mit dem wir Waren und Dienstleistungen kaufen, oder das wir gewinnbringend anlegen möchten? Wer darf es schaffen, wie kommt es in Umlauf, und welche Folgen hat das?

 

Der Ursprung von Gold- und Silbermünzen ist die Erde. Der Aufwand, der erforderlich war, um die Schätze zu heben, musste bezahlt werden. So kamen Gold- und Silbermünzen ganz von selbst in Umlauf. Nur den Schlagsatz (Aufschlag) heimste der Souverän ein.

 

Gestaltungsaufgabe des Staates

 

Ganz anders bei modernem Zeichengeld (Papier- und Buchgeld): es kann faktisch kostenlos geschöpft werden. Gelderzeugung führt daher direkt zu einem Kaufkraftgewinn. Dieses Privileg kann, wenn überhaupt irgendjemandem, nur dem Souverän zustehen.

 

Außerdem: Da Zeichengeld in beliebiger Höhe produziert werden kann, muss die Menge an Zeichengeld „künstlich“ in Grenzen gehalten werden. Auch diese Aufgabe kann nur vom Souverän wahrgenommen werden.

 

Wie könnte Zeichengeld in Umlauf gebracht werden? Durch Geschenk der Zentralbank an die Exekutive. Dadurch käme Geld via Staatsausgaben schuldenfrei in Umlauf. Zuzüglich kann Geld auch weiterhin durch Kredite der Zentralbank an Geschäftsbanken in die Wirtschaft geschleust werden.

 

Wer aber bringt heute Geld in Umlauf? In der Hauptsache Geschäftsbanken. Die Zentralbank trägt mit der Bereitstellung von Bargeld nur mehr zu einem verschwindend kleinen Teil zur gesamten Geldmenge bei.

 

Warum ist das heute so? Barzahlen ist oft umständlich, besonders im Ferngeschäft. Neue Techniken haben unbares Zahlen gefördert. Daher sank der Anteil von Bargeld ab, während der von Buchgeld, das von Geschäftsbanken generiert wird, ständig zunahm.

 

Damit ist dem Souverän nicht nur die Kontrolle über die Geldmenge entglitten, ihm entgehen auch Einnahmen aus der Geldschöpfung, die sogenannte  Seigniorage.

 

Gelderzeugung durch Private verletzt den Gleichheitsgrundsatz – Privaten steht ein Gewinn aus Geldschöpfung nicht zu. Gelderzeugung durch Private  bringt das ganze System in Unordnung. Denn erstens sind Private – Geschäftsbanken sind Privatorganisationen –  nicht für die Steuerung der Geldmenge zuständig. Zweitens nutzen diese das von ihnen geschöpfte Geld zu massenweisen Spekulationen, die oft in Finanzkrisen münden, aus denen sie dann noch mit Staatsgeldern gerettet werden müssen. Drittens fördert das jetzige Geldsystem die Plutokratie und zerstört den sozialen Zusammenhalt.

 

Monetative als vierte Staatsgewalt

 

Es ist höchste Zeit, dass der Staat seiner Gestaltungsaufgabe nachkommt, die in Bezug auf das Geldwesen folgende Inhalte berücksichtigt:

Privaten Geschäftsbanken ist die gesetzlich ungedeckte Geldschöpfung zu entziehen. Der Souverän muss dieses Vorrecht durch die eigene Zentralbank wieder in Anspruch nehmen. Konkret bedeutet das die Ausdehnung des Geldschöpfungsmonopols, das sich bisher auf Banknoten und Münzen beschränkte, auch auf die Herstellung von Giralgeld. Die Zentralbank wird hiedurch alleiniger Schöpfer von Geld.

Um Missbrauch zu unterbinden, sollten Zentralbanken im Sinne der Gewaltenteilung in den Rang einer vierten, von der Exekutive unabhängigen Instanz gehoben werden. Sie soll so unabhängig wie das Verfassungsgericht operieren, dabei freilich dem Gesamtwohl verpflichtet sein.

Von verschiedener Seite wurde daher der Name MONETATIVE vorgeschlagen.

Die MONETATIVE schenkt das erzeugte Bar- und Buchgeld der Exekutive, die es aufgrund von Beschlüssen der Legislative verwendet und in die Wirtschaft einleitet. Die MONETATIVE darf aber weiterhin Kredite an die Geschäftsbanken und auch an den Staat vergeben.

Die Geschäftsbanken bleiben unabhängig. Ihre Aufgabe: den Zahlungsverkehr abzuwickeln, gesparte und zu investierende Gelder zu vermitteln. Banken vergeben weiterhin Kredite, aber dürfen kein Geld mehr schöpfen.

Mit dem Vollgeldsystem bleibt Geld Geld und Kredit Kredit. Geld entsteht nicht mehr aus Kredit und verschwindet mit ihm nicht mehr. Geld wird vom Souverän erzeugt und via Geschenk an die Exekutive in die Wirtschaft eingebracht. Es fungiert dort als Umlaufmittel. Darüber hinaus darf die Zentralbank auch weiterhin Kredite an Banken und Staat vergeben. Geldkredite und andere Investments sind auf vorhandenes Geld angewiesen, das auf entwickelten Geld- und Kreditmärkten gehandelt wird. Weltweite Überhänge an Sparkapital sichern heute jeden sinnvollen Investitionsbedarf. Falls erforderlich, kann die Geldmenge jederzeit ausgedehnt werden.

 

Das Vollgeldsystem verbindet den Wohlfahrtsstaat mit einer freien Bürgergesellschaft. Es ist sowohl für Liberale, Konservative, Linke und Grüne attraktiv.

 

Weitere Vorteile des Vollgeldsystems

 

  • Geld auf Girokonten ist vollumfänglich sicher, auch bei Bankenpleiten.
  • Die unkontrollierte Geldschöpfung durch private Banken hört auf, zukünftige Finanzblasen werden verhindert bzw. um Vieles unwahrscheinlicher. Der Staat wird dadurch nicht mehr durch Bankenpleiten erpressbar.
  • Gewinne aus der Geldschöpfung fließen der Allgemeinheit zu. Die Umstellung des jetzigen Geldsystems auf Vollgeld bringt den Bürgerinnen und Bürgern im Euroraum einmalig ca. 5000 Milliarden an Geldschöpfungsgewinnen (genaueres hier). Damit kann ein Großteil der Staatsschulden getilgt werden. Pro Jahr würde der Geldschöpfungsgewinn mindestens 200 Mrd. betragen.
  • Neues Geld kommt schuldenfrei in Umlauf. Die Zinslast des Staates sinkt.
  • Wettbewerbsgleichheit zwischen Banken und Unternehmen sowie zwischen Groß- und Kleinbanken wird hergestellt.
  • Der Wachstumsdruck auf die Wirtschaft wird reduziert, weil der Geldschöpfungsgewinn im Zuge der Einführung von Vollgeld zur Staatsschuldentilgung eingesetzt werden würde und umlaufendes Geld nicht mehr schuldbelastet wäre.
  • In Europa operieren die meisten Banken als Universalbanken. Zahlungs-, Kredit- und reine Spekulationsgeschäfte durchmischen sich. Unter Vollgeldbedingungen können Geschäftsbanken kein Buchgeld mehr erzeugen. Daher können sie für spekulative Tätigkeiten nicht mehr auf selbst geschöpftes Geld zurückgreifen. Da Vollgeld den Eigenhandel der Banken stark einschränkt, wird das normale Bankgeschäft vom Investmentbanking getrennt. Vollgeld sorgt also auch für ein vielfach gefordertes Trennbankensystem.
  • Das Bankgeschäft wird wieder gesund und langweilig. Die Anreizkultur für Boni-Jäger hört auf.
  • Das Geldsystem wird für die Bürgerinnen und Bürger wieder verständlich; die Kontrolle der Geschäftsbanken um vieles einfacher.
  • Das Vollgeldsystem (VGS) ist nicht irgendeine ausgedachte Reform von Bürokraten, die der Wirtschaft durch weitere Kontrollen das Leben erschweren möchte, sondern es passt zur Bürgergesellschaft.

 

Das Vollgeldsystem ist KEIN Allheilmittel. Es ist aber ein unentbehrlicher Schritt zu einem nachhaltigen Geld- und Finanzsystem und zu einer gut funktionierenden Bürgergesellschaft.